Faustzahlen und Merkregeln


Diese Seite sammelt Faustzahlen und Merkregeln, die ich im Imkeralltag immer wieder nachschlage. Der Kern – Abschätzhilfen, Erweiterungs- und Erntetermine, Futterbedarf und Einwinterungsstärke – ist dem Datenblatt „Wer? Wann? Was? – Imkern im Jahreslauf" von Pia Aumeier  (externer Link, öffnet in neuem Tab) nachgebaut (Original als PDF  (externer Link, öffnet in neuem Tab)). Ergänzungen und abweichende Angaben aus amtlichen Quellen sind jeweils gekennzeichnet.

Zwei Teile des Datenblatts stehen bei uns woanders: die Entwicklungszeiten der Bienenwesen beim Schlupftermine-Rechner und die Varroa-Angaben auf der Varroa-Seite mit den aktuellen Merkblättern.

Am Wabenbild abschätzen

Ein Achtel einer Wabe enthält etwa:

Zander-Maß Deutsch-Normal-Maß
Futter 125 g 100 g
Bienen 125 110
verdeckelte bzw. offene Brutzellen 400 360

Erweitern und ernten

Erweiterung bei einzargig überwinterten Völkern:

  • um den 2. Brutraum (mit Drohnenrahmen): zu Beginn der Salweidenblüte
  • um den 1. Honigraum: zu Beginn der Kirschblüte

Zweizargig überwinterte Völker werden nur um den Honigraum zur Kirschblüte erweitert.

Drohnenrahmen schneiden: frühestens 12 Tage nach dem Einhängen (2 Tage Bau und Bestiften + 10 Tage bis zur Verdeckelung), spätestens 26 Tage danach (Drohnenbrut ist 14 Tage verdeckelt).

Reifen Honig ernten (Test mit Spritzprobe):

  • Frühjahrsblüte: zum Ende der Rapsblüte (= Beginn der Ginsterblüte)
  • Sommerblüte: zum Ende der Lindenblüte
  • Spättracht (Wald, Heide): abhängig von Honigtauerzeuger bzw. -art

Honig – Wassergehalt

Die ausführliche Darstellung der Qualitätskriterien steht in der Honigkunde. Für die Erntepraxis die wichtigsten Werte:

Nur reife Waben ernten: aus einer waagerecht gehaltenen, kräftig geruckten Wabe darf kein Nektar spritzen (Faustregel: mindestens zu zwei Dritteln verdeckelt). Den Wassergehalt mit einem Refraktometer bei 20 °C messen und das Gerät regelmäßig justieren.

Weiterführend: Poster „Völkerführung und Wassergehalt des Honigs" (Pia Aumeier).

Winterfutter

Futterbedarf

Angabe als Reinzucker zum Auffüttern (aus Pias Datenblatt):

Standort Wirtschaftsvolk Jungvolk / Ableger
warm (z. B. NRW) 13 kg Zucker (≈ 18 kg / 13 l Sirup ≈ 8 gefüllte Zanderwaben) 10 kg Zucker (≈ 14 kg / 10 l Sirup ≈ 6 Waben)
kühl (z. B. Bayern, BW) 20 kg Zucker (≈ 28 kg / 20 l Sirup ≈ 12 gefüllte Zanderwaben) 15 kg Zucker (≈ 21 kg / 15 l Sirup ≈ 9 Waben)

Die Einteilung richtet sich nach der Länge der brutfreien Winterphase, nicht nach der Durchschnittstemperatur – milde Winter mit durchgehender Brut erhöhen den Verbrauch zusätzlich. Zuckerwasser wird im Verhältnis 3 : 2 (Zucker : Wasser) angerührt.

Zeitplan der Einfütterung

Nach dem Merkblatt der LWG  (externer Link, öffnet in neuem Tab):

  1. Anfüttern direkt nach dem Abschleudern: ca. 5 kg, damit die Völker während der Ameisensäurebehandlung offene Futterquellen haben und ruhiger bleiben.
  2. Auffüttern bis etwa 10. September: 10 – 15 kg, bei einzargigen Völkern in kleineren Gaben (ca. 5 l), um das Brutnest nicht einzuengen.
  3. Restfütterung nach einer Futterkontrolle bis Ende September.

Zielgewicht kontrollieren: Gesamtgewicht der aufgefütterten Beute abschätzen (Leergewicht + ca. 2 kg Bienen und Pollen + Winterfutter). Mit einer Federzugwaage am angekippten Volk wird die Hälfte des Gesamtgewichts angezeigt.

Winterzehrung

Grobe Anhaltspunkte für den monatlichen Verbrauch (cf. Gerhard Liebig: Einfach imkern, 4. Auflage, S. 97):

Monat Futterverbrauch pro Monat
November 1 kg
Dezember 1 kg
Januar 1 kg
Februar 1 – 2 kg
März 3 – 5 kg
April 3 – 5 kg

In Summe – je nach Volksstärke – rund 10 bis 15 kg. Die Größenordnung passt zur physiologischen Faustregel: brutfrei ca. 1 kg/Monat, mit Brut und Wärmeleistung ca. 3 kg/Monat. Quelle: bienenundnatur.de  (externer Link, öffnet in neuem Tab).

Weiterführend: Poster Überwinterung (Pia Aumeier).

Einwinterungsstärke

Beurteilung Ende Oktober nach einer kalten Nacht (ca. 5 °C): die mit Bienen besetzten Wabengassen zählen und 2 abziehen.

Besetzte Wabengassen (nach Abzug von 2) Bewertung
5 oder mehr einwinterungsreif, über 5.000 Bienen
4 minimale Einwinterungsstärke, um 5.000 Bienen
3 oder weniger stark verlustgefährdet – mit einem anderen Volk vereinigen

Mit Daten und Zeiträumen rechnen

Quellen